Donnerstag, 27. Dezember 2018

10 Stunden im Elbsandsteingebirge unterwegs

Malerweg vor der Ostrauer Mühle
Da war ich also wieder im Elbsandsteingebirge, zum zweiten Mal in diesem Jahr. Es ist halt verdammt günstig und es gibt verdammt geile Klettersteige, Ausblicke, Trails und Begleitung. Eigentlich wollte ich noch jemanden in Göttingen abholen, der ist aber leider kurzfristig krank geworden. So bin ich die vier Stunden alleine gefahren, was aber kein Problem war. Ich habe in Leipzig einen Stopp zum Kuchen essen und in Dresden zum Abendessen eingelegt, so saß ich also nicht vier Stunden am Stück am Steuer. Die ersten vier Läufer sind am Donnerstagabend sogar alle innerhalb von kürzester Zeit eingetroffen, ich war als erstes da und musste so aber nicht lange warten.

Hohe Liebe
Freitag ging es dann in aller Frühe los. Um 7 Uhr standen wir vier bereits vor der Tür und wollten auf die "Hohe Liebe" zum Sonnenaufgang. Es war richtig kalt, die Wiesen waren weiss vom gefrorenen Tau. Als ich im März das erste Mal im Elbsandsteingebirge war, war es aber noch ein paar Grad kälter. Da waren sogar die Wasserfälle eingefroren und an vielen Felswänden hangen zum Teil meterlange Eiszapfen. Von der hohen Liebe aus hatte man einen wunderbaren Blick auf den Sonnenaufgang und der Nebel lag tief unter uns im Tal. Es war echt traumhaft, aber das war erst der Anfang einiger famosen Ausblicke.

Frühstücksplatz
Weiter ging es dann Richtung Frühstücksplatz und Schrammsteine, vom wo aus wir einen fantastischen Blick auf das vernebelte Elbtal hatten. Man könnte fast meinen, man wäre am Meer. Unter den Füßen das Sand des Sandsteins und vor einem das Meer aus Nebel. Auf den Schrammsteinen trafen wir auch den ersten Menschen heute - einen Fotografen. Von hier aus ging es dann wieder bergab Richtung Schmilka, wo wir fast eine Stunde in der Mühle Schmilka verbrachten. Das ist eine Biobäckerei, in der man es sich gemütlich machen und schmecken lassen kann. Ich nahm eine Linsensuppe zu mir und fast wären wir auf den Bänken eingeschlafen, aber wir mussten ja auch wieder zurück.

Zunächst einmal ging es noch weiter Richtung Osten. Unterhalb des großen Winterbergs liegt die Kipphornaussicht, von wo man einen wunderschönen Blick auf den Elblauf hat. Der Nebel hatte sich mittlerweile auch verzogen und so konnte man kilometerweit schauen. Über eine nördliche Route und unter anderem über das hintere Raubschloss ging es dann wieder Richtung Ostrauer Mühle, welche mal wieder unsere Unterkunft war. Um 17 Uhr kamen wir an und es war schon ganz schön duster. Ein paar Minuten später und wir hätten die Wege nicht mehr erkannt. Einige Minuten später stießen dann auch schon die nächsten Läufer zu uns, die nicht schon am Donnerstag anreisen konnten. Es war also in doppelter Hinsicht eine Punktlandung.

Kipphornaussicht
Von 7 bis 17 Uhr waren wir also unterwegs - 10 Stunden! So lange war ich noch nie auf den Beinen und meine Oberschenkel brannten. Wir haben aber auch "nur" 39,4 km zurückgelegt, waren also eher gemütlich unterwegs. Abzüglich der Pausen waren wir mit einem Durchschnittspace von über 11 min/km unterwegs und ich habe wieder mal etwas dazugelernt: Man muss nicht schnell unterwegs sein, um ins Ziel zu kommen. Der Mix aus Höhenmetern, Distanz und Dauer haben aber echt gereicht, um mich auf meine Leistung stolz sein zu lassen. Wie ich am nächsten Tag aber wieder auf die Piste gehen sollte, das wusste ich noch nicht.

39,4 km - 1789 Höhenmeter - 7:33 h

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Habichtswaldsteig Extratour H2 & P19-Umrundung

die Helfensteine und der hohe Dörnberg
Anfangs noch jede Woche mehrere Posts verfasst, so gibt es zurzeit nur noch jeden Monat einen Post von mir. Es wiederholt sich halt vieles und immer wieder über das gleiche zu schreiben und zu lesen ist sicherlich nicht besonders spannend. Obwohl ich eigentlich wieder genug Material für einige Posts habe, so habe ich das Schreiben immer wieder verschoben. Zurzeit beschäftigen mich halt andere Dinge als mein Blog, aber ich versuche wieder öfters zu schreiben.

Dann rollen wir das Feld mal von hinten auf. Noch vor der Frankfurt Marathonstaffel habe ich einen befreundeten Läufer und Wanderer gefragt, welche Route er mir denn in Kassel und Umgebung empfehlen kann. Er meinte, dass mir die Extratour H2 vom Habichtswaldsteig sicherlich gefallen würde. Sehr viele, sehr schmale Singletrails, bergig und schön zu laufen. Also habe ich seinen Rat angenommen und bin die Tour 2,5 Wochen vor der Frankfurt Marathonstaffel mal angegangen.

Aussicht vom hohen Dörnberg

Einen kleinen Teil der Route kannte ich schon, immerhin war ich schon oft in den Kasseler Bergen unterwegs, aber alles was nördlich von den Helfensteinen und dem hohen Dörnberg liegt, kannte ich damals noch nicht. Der Singletrail führt ein ganzes Stückchen um den hohen Dörnberg herum und ist echt traumhaft
zu laufen. Der Trail ist sehr schmal und technisch wenig anspruchsvoll. Die Runde ist wirklich sehr gut für Trailanfänger geeignet, da hier wenig Wurzeln oder gröberes Gestein auf den Wegen zu finden ist. Auf richtig befestigte Wege stößt man kaum und nur ein kleines Stückchen von unterhalb des Dörnbergs Richtung Wichtelkirche ist betoniert. Landschaftlich sieht man hier etwas, was man sonst nicht so aus der Gegend kennt. Kahle Berghänge mit vereinzelten Nadelholzgewächsen und eine sehr schöne Aussicht über die umliegenden Dörfer.

Sonnenuntergang auf dem Schreckenbergturm
Sobald man den Dörnberg hinter sich lässt und Richtung Zierenberg und den Schreckenbergturm läuft, trifft man wieder auf das gewohnte waldhessische Bild. Der Aufstieg hin zum Schreckenbergturm ist tatsächlich der einzig wirklich anspruchsvolle Weg der ganzen Tour. Durch die Steigung ist hier aber eh nicht ans Laufen zu denken und so findet man im Gehen auch immer einen sicheren Tritt auf dem Geröllfeld. Einen Aufstieg auf den kleinen Schreckenbergturm kann ich nur empfehlen. Ich hatte das Glück, dass ich pünktlich zum Sonnenaufgang dort war. Ich habe noch ein paar Leute dort getroffen, die es sich hier mit Schnaps und Bier gemütlich gemacht haben. Nachdem ich ein halbes Bier mit ihnen getrunken habe, ging es wieder bergab Richtung Parkplatz, wo das Auto auf mich wartete.

18,37 km - 695 Höhenmeter - 1:50:12 h



Eine Woche vor der Marathonstaffel stand dann auch mein letzter langer Lauf vor diesem auf dem Programm. Ich habe ja bereits einen Teil des Premiumwanderweges P19 kennengelernt und diesmal wollte ich ihn mal komplett ablaufen. Alles was östlich vom Berliner Turm liegt ist weniger schön zu laufen, viel Beton und befestigte Waldwege, dafür ist der Rest des P19 aber echt ein Trailläufertraum. Man darf sich jetzt natürlich keine alpinen Wanderwege erhoffen, aber die Wege sind schön schmal und anspruchsvoll.



Aussicht Richtung Meißner, Eschwege und die hessische Schweiz vom Berliner Turm
17,86 km - 614 Höhenmeter - 1:54:34 h

Deswegen bin ich ihn drei Wochen später in etwas abgewandelter Form auch nochmal gelaufen. Ich habe die Strecke nach Westen hin erweitert und bin vom P19 diesmal nur alles westlich vom Berliner Turm gelaufen. Die Wege westlich vom P19 waren zwar auch keine Singletrails, aber es war schön mal wieder was Neues gesehen zu haben.

18,78 km - 694 Höhenmeter - 1:57:11 h

Freitag, 7. Dezember 2018

Spendenliste Dezember 2018

DatumKilometerArtMultiplikatorSpendeKommentar
03.12.20184,79 kmLauf0,1 €/km0,48 €locker in Barfußschuhen zum Yoga...
03.12.20184,56 kmLauf0,1 €/km0,46 €...und wieder nach Hause
05.12.201811,57 kmLauf0,1 €/km1,16 €6x 1 km mit 4:10 min/km
06.12.201820,82 kmLauf0,1 €/km2,08 €18 km in 1:38:00 h
09.12.201831,00 kmLauf0,1 €/km3,10 €zum Sonnenaufgang auf den hohen Dörnberg
11.12.20187,64 kmLauf0,1 €/km0,76 €nüchtern und fahrtspielend zur Arbeit
11.12.20182,24 kmLauf0,1 €/km0,22 €von der Mitarbeiterversammlung nach Hause
15.12.201862,88 kmLauf0,1 €/km6,29 €Longest Known Distance für mich - bis jetzt!
23.12.201810,55 kmLauf0,1 €/km1,06 €6x 1 km in 4:10 min
24.12.201818,41 kmLauf0,1 €/km1,84 €18 km mit 5:25 min/km
26.12.201813,01 kmLauf0,1 €/km1,30 €ganz lockerer Lauf mit beVegt-Podcasts
28.12.201810,15 kmLauf0,1 €/km1,02 €10 km mit 5 min/km
31.12.20185,01 kmLauf0,1 €/km0,50 €ganz lockere 5 km in Barfußschuhen
Dezember 201820,27 €stand 01.01.2019

Dienstag, 20. November 2018

Break the 10 k-record! (Frankfurt Marathon)

Ich bin bisher erst zweimal die 10 km in unter 46 min gelaufen (SportScheck RUN [46:00] und Frankfurt Staffelmarathon [44:20]) und heute sollte ich die 10 km im Training in 45 min bewältigen. So ganz ohne anspornende Konkurrenz, eine Freundin auf dem Rad, die einen zieht, und mit einer nervenden Uhr, die den Pace anscheinend nicht richtig aufzeichnet bzw. wiedergibt. Als meckert sie rum, dass ich nur 4:35 min/km laufe und schneller laufen soll und nach 1 km gibt sie einen Durchschnittspace von 4:27 min/km an, ohne das ich meinen Pace angepasst habe. Am Ende waren es 45:08 min und bin damit hochzufrieden. Ich habe ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass ich das ohne den Ansporn eines Wettkampfes auf die Reihe bekommen würde.

Ich habe beim Frankfurt Marathon ja die 10 km in 44 min angepeilt und mit dem Ergebnis von 44:20 min (hochgerechnet - am Ende waren nur 9,83 km auf meiner Uhr) bin ich im Nachhinein sehr zufrieden. Immerhin bin ich erst in Trainingswoche 8 von 12 des Trainingsplans eingestiegen und habe mich auch nicht zu 100% an den Plan gehalten. Der Lauf selber war wirklich phänomenal, auch wenn ich anfangs sehr mit den Umständen gehadert habe. Eigentlich wollte ich ein schönes Wochenende mit meiner Freundin in Reinheim und Umgebung (Darmstadt, Frankfurt) verbringen, aber ein Todesfall in ihrer Familie ließ das leider nicht zu. Das Abendessen am Freitag mit dem Team beVegt.de wurde abgesagt und ich fuhr am Samstag alleine nach Frankfurt. Wir wollten bei meiner Tante in Reinheim übernachten und Samstag auf die Geburtstagsparty meiner Cousine gehen. Die Party war trotzdem richtig gut, aber lange bleiben und viel trinken konnte ich natürlich nicht.

In Frankfurt haben wir vier Staffelläufer/innen uns dann vor dem Start getroffen, nachdem wir uns schon am Vortag zum Unterlagen abholen gesehen haben, und die erste Läuferin beim Start angefeuert. Anschließend sind wir dann mit der U-Bahn zur ersten Staffelübergabe gefahren und dort ging dann die zweite Läuferin auf die Strecke. Ich habe sie zunächst begleitet und dann einen anderen Weg zur Staffelübergabe genommen, da ich als nächstes ran sollte. Ich wollte sie natürlich nicht demotivieren, in dem ich ihren Pace genutzt habe um mich für meinen Part warm zu laufen, und bin deswegen etwas abseits gelaufen, so dass sie mich nicht sehen konnte oder bemerkt hat. Ich kam ca. 5 min vor ihr an der Staffelübergabe an und legte dann direkt los wie die Feuerwehr. Meinen Pace hatte ich aber von Anfang an sehr gut im Griff. Ich habe nicht erstmal überpacet, wie es mir und vielen anderen ja so oft auf den ersten Kilometern passiert.

Dass ich mit meiner Staffel nicht im vorderen Feld laufen würde, wusste ich und das war mir auch total egal. Hier stand ja mal wieder das Miteinander und der Spaß im Vordergrund. Dementsprechend musste ich mich auch durch das Läuferfeld schlängeln und habe Läufer nach Läufer überholt. Das ging aber tatsächlich richtig gut, ich hatte keine Probleme beim Überholen. Ich hatte sogar noch den ein oder anderen flotten Spruch, z. B. für einen Barfußläufer oder Südthüringentrailfinisher, auf den Lippen. Etwas fies wurde es dann auf der Mainbrücke der B 40. Erstmal musste man eine kleine Steigung hoch, um auf die Brücke zu gelangen, und dann pfeifte dort einem der Wind ganz schön entgegen. Diese Abschnitte waren mit 4:29 bzw. 4:30 min/km neben der Steigung in der Bolongarostraße (4:31 min/km) auch meine langsamsten.

Nach 43:34 min übergab ich dann an unseren letzten Läufer, der noch 13,5 km vor sich hatte. Die Einteilung der Strecken war schon etwas komisch. 12,9, 6,1, 9,5 und 13,5 km sollten jeweils zurückgelegt werden. Die 6,1 km hatte ich also zum Einlaufen genutzt. Ich fuhr dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, welcher nur ein paar hundert Meter von der Messe und dem Zieleinlauf entfernt ist. Wir wollten uns alle kurz vor dem Zieleinlauf wiedertreffen und gemeinsam die Ziellinie überschreiten. Da mir das Spazieren gehen aber zu langweilig wurde, wechselte ich auf die Laufstrecke und rannte los. Aber schon nach wenigen Metern traf ich auf eine unserer am Rand stehenden Staffelläuferinnen und wartete dann mit ihr gemeinsam noch einige Minuten auf das Vorbeikommen des letzten Läufers. Kurz vor dem Einbiegen in die Zielgerade in Richtung Festhalle gesellte sich dann auch das letzter Staffelmitglied hinzu und so liefen wir gemeinsam in der Lichtershow der Festhalle ins Ziel.

Wie bereits erwähnt, war ich anfangs nicht ganz glücklich über die Umstände, wie das Wochenende letztendlich abgelaufen ist. Aber die Party, das Wiedersehen mit der Familie und die Stimmung während des Laufs haben das alles vergessen lassen. Letztendlich bin ich doch froh, ein Teil dieser Staffel gewesen sein zu dürfen.

Aber wieso wollte ich heute überhaupt die 10 km in 45 min schaffen? Ganz einfach, weil es mir mein neuer Trainingsplan sagt. Dieser lautet nun 10 km in 42 min und dass das nicht leicht wird, ist natürlich klar. Ich werde mich aber mal wieder nicht genau an diesen halten, sondern immer mal wieder eine Einheit daraus in meinen Laufalltag einbringen. Viel wichtiger ist es mir meine Distanz stetig auszubauen, so werde ich in einem Monat den Urwaldsteig (68 km mit 1.900 Höhenmetern) an zwei Tagen absolvieren und dieses Wochenende nach Oetmannshausen (ca. 50 km) zu den Eltern meiner Freundin laufen.

EDIT: Der Urwaldsteig ist wegen Krankheit eines Teilnehmers ausgefallen und auch nach Oetmannshausen sind wir das Wochenende nicht gefahren bzw. gelaufen.

Montag, 19. November 2018

Spendenliste November 2018

DatumKilometerArtMultiplikatorSpendeKommentar
05.11.20186,92 kmLauf0,1 €/km0,69 €flottes Ründchen in Barfußschuhen
09.11.20187,68 kmLauf0,1 €/km0,77 €nüchtern und fahrtspielend zur Arbeit
11.11.201818,78 kmLauf0,1 €/km1,88 €die geilen Ecken vom P19
14.11.20182,75 kmLauf0,1 €/km0,28 €die Freundin an der Arbeit überraschen
16.11.201839,37 kmLauf0,1 €/km3,94 €meine bisher zeitlich längste Tour (10 Stunden brutto)
17.11.201823,34 kmLauf0,1 €/km2,33 €neue Wege durch's Elbsandsteingebirge abseits der Touristen
18.11.201820,73 kmLauf0,1 €/km2,07 €Ich bekam einfach nicht genug vom Elbsandsteingebirge!
20.11.201812,00 kmLauf0,1 €/km1,20 €Genug rumgepimmelt am Wochenende, jetzt heißt es wieder Tempo machen!
21.11.201812,00 kmLauf0,1 €/km1,20 €langsamer Dauerlauf
28.11.201810,01 kmLauf0,1 €/km1,00 €aus die Paus'
30.11.201811,91 kmLauf0,1 €/km1,19 €neue Trainingsbestzeit
November 201816,55 €stand 01.12.2018

Dienstag, 16. Oktober 2018

Marathonstaffelvorbereitung und Premiumweg P19 (mit Video)

Hier ist laut gpsies.com also ein Weg?!
Der halbe Oktober ist schon rum und ich habe noch gar keinen neuen Beitrag veröffentlicht. Vielleicht weil es bis vor Kurzem einfach nichts Weltbewegendes zu erzählen gab. Das hat sich mit der Runde über die Habichtswaldsteig-Extratour H2 aber geändert, dazu aber später mehr.

Zurzeit liegt mein voller Fokus auf der Frankfurt Marathonstaffel mit dem Team beVegt.de, weswegen lange und beschauliche Läufe eher Mangelware sind. Am 01.10. habe ich 7x 1 km mit 4:25 min/km zurückgelegt und bei den letzten beiden Intervallen musste ich schon etwas kämpfen. Gestern dann 8x 1 km mit dem gleichen Pace und da waren alle Intervalle irgendwie gleich schlimm, aber keiner so schlimm wie die letzten beiden Anfang des Monats. Schon nach dem ersten Intervalle dachte ich mir, dass das nichts wird, aber ich lief die folgenden sieben auch ohne größere Probleme.

Nächste Woche Sonntag ist ja schon der Marathon und mein Ziel sind die 10 km in 44 min. Mein bisheriger Rekord mit 46 min stammt aus dem August diesen Jahres. Ein neuer 10 km-Rekord wird es aber wohl nicht werden, da mein Part nur 9 km beträgt. Bis dahin steht noch ein Intervalltraining mit 3x 2 km mit 4:25 min/km auf dem Plan und ich habe noch keine Ahnung, wie ich diesen Pace auf 10 km halten soll. Aber ich wurde ja schon des Öfteren belehrt, dass in Wettkämpfen alles möglich ist.

So ganz ohne Trails bin ich aber nicht zurecht gekommen. Die langen Genussläufe machen halt deutlich mehr Spaß als Tempoläufe oder Intervalltraining. So bin ich am 03.10. laufend meiner Freundin nach Rambach gefolgt, welche dort ihre Großeltern besucht hatte. Es ging also über 18 km mit 800 Höhenmetern unter anderem über den Premiumwanderweg P19 und dem Werra-Burgensteig X5 nach Rambach. Ich weiß noch, wie ich damals angefangen habe für meinen ersten Marathon zu trainieren und dass mir das Rambacher Umland viel zu hügelig war. Ich bin dann mit dem Auto zu irgendwelchen ebenen Strecken gefahren, die ich gut laufen konnte. Heute ist es genau umgekehrt. Ich würde lieber nach Rambach fahren und dort laufen als zum Beispiel eine Runde um den Werratalsee zu drehen. 😂

oberhalb von Datterode
Beim P19 handelt es sich ja eigentlich um einen Rundweg, aber da ich nur auf der Durchreise war, habe ich nur die halbe Runde gesehen. Was ich sah war aber sehr vielversprechend und so werde ich die Runde bestimmt einmal komplett in Angriff nehmen. Der Zugang zum P19 von Oetmannshausen aus stellte ein Problem dar, weil dort gerade die A44 gebaut wird. Ich wusste halt absolut nicht, welche Wege noch frei sind bzw. existieren. Mein Instinkt lag allerdings richtig, als ich, nachdem ich über Bahnschienen und eine Brücke der B27 gelaufen bin, unter einer neu gebauten Autobahnbrücke hindurch laufen konnte. Danach führten mich die Wege von gpsies.com aber wieder über ein kurzes Stück Waldweg, der gar nicht mehr existiert. Aber genau sowas macht den Reiz des Trailrunnings durch unbekanntes Gebiet ja auch aus, dass man sich mal querfeldein durch das Gestrüpp kämpfen muss.

Ausbeute vom Wanderparkplatz
Am 10.10. war ich dann auch mal wieder beim Salomon Trailrunning-Workshop. Diesmal lag das Hauptaugenmerk auf dem sogenannten Plogging. Man sammelt also beim Joggen Müll ein, was ich eine sehr gute Idee finde, und wenn es nur mal drei Teile sind, die man bis zum nächsten Mülleimer mit sich schleppt. Nachdem wir erstmal vier Müllsäcke voll hatten, nachdem wir alleine den Wanderparkplatz gesäubert hatten, ging es auf eine gemütliche 10 km-Runde durch den Bergpark, welcher zum Glück nicht all zu sehr vermüllt ist.


Spendenliste Oktober 2018

DatumKilometerArtMultiplikatorSpendeKommentar
01.10.201815,00 kmLauf0,1 €/km1,50 €7x 1 km mit 4:25 min/km
03.10.201817,70 kmLauf0,1 €/km1,77 €über den P19 nach Rambach
05.10.20188,48 kmLauf0,1 €/km0,85 €6 km in 26:15 min
06.10.201810,00 kmLauf0,1 €/km1,00 €Salomon Trailrunning-Workshop Plogging
09.10.201811,77 kmLauf0,1 €/km1,18 €Dauerlauf mit Freundin auf dem Rad
10.10.20186,49 kmLauf0,1 €/km0,65 €8x 300 m mit 3:30 min/km
12.10.201818,37 kmLauf0,1 €/km1,84 €Habichtswaldsteig Extratour H2
15.10.201815,00 kmLauf0,1 €/km1,50 €8x 1 km mit 4:25 min/km
17.10.20189,77 kmLauf0,1 €/km0,98 €Freundin auf dem Rad nebenher
19.10.201811,39 kmLauf0,1 €/km1,14 €3x 2 km mit 4:25 min/km
21.10.201817,86 kmLauf0,1 €/km1,79 €Premiumwanderweg P19
25.10.201810,13 kmLauf0,1 €/km1,01 €10 km in 52:30 min
28.10.20185,64 kmLauf0,1 €/km0,56 €Einlaufen
28.10.20189,83 kmWettkampf0,2 €/km1,97 €Frankfurt Marathonstaffel
29.10.20187,11 kmLauf0,1 €/km0,71 €Trailrun zum Morgengrauen
Oktober 201818,45 €stand 29.10.2018

Sonntag, 30. September 2018

Holland und ein internationaler Berglauf

auf dem "Berggipfel"
"Holland und Berge? Was hast du denn geraucht?" Okay, der einzige Berg in Holland, den ich gesehen habe, war der Deich. Zwischen diesem Deich und dem Berglauf liegen circa 365 km Fußmarsch beziehungweise 410 km Autobahn. Was gibt es schon besseres als Vorbereitung auf einen Berglauf als die holländische Küste?

flach, flacher, Holland
Wir haben mit drei Freunden fünf schöne Tage an der holländischen Nordseeküste verbracht. Meiner Freundin hat der Urlaub noch mehr gefallen als mir, aber da sie mit mir immer in die Berge fahren muss, habe ich das gerne für sie gemacht. Außerdem war es echt schön mit Freunden zusammen ein paar Tage zu verbringen. Zusammen frühstücken und kochen war ganz toll und mal keine Höhenmeter zu überwältigen und unbedingt laufen zu müssen, um so viele Ecken wie möglich zu sehen, war auch mal ganz entspannend. Es war halt sehr flach und alles sah gleich aus... für mich ist das nichts. Was den Läufen allerdings an Höhenmeter gefehlt hat, hat der Gegenwind wieder wett gemacht. Am Deich musste ich mich gegen den Wind lehnen um nicht umzufallen.

in Groningen
Neben einem Intervalltraining über insgesamt 16,5 km (10x 1 km mit 5 min/km, Rest Ein- und Auslaufen) und einem schnellen Dauerlauf über 13 km (mit 5:15 min/km) stand auch noch ein Ausflug auf die Insel Schiermannikoog mit der Fähre und nach Groningen auf dem Programm. In Groningen war ich alleine, während die anderen eine Wattwanderung unternahmen. Meine Freundin hatte keine Lust auf Sightseeing in der Stadt und die anderen waren dort schon und fanden es nicht so toll. Ich fand Groningen wunderschön. Diese ganzen kleinen Häuschen mit ihren schmuckvollen Fassaden, der Kanal und das Essen waren echt eine Reise wert. Die Innenstadt kann man sich jedoch getrost sparen, da sieht es kommerziell leider aus wie in jeder anderen Großstadt.

12,9 km - 1:07 h - 16 Höhenmeter

Fellrunning in Holland
Freitag ging es dann zurück und Samstag stand der 29. internationale Herkules-Berglauf auf dem Programm. Vorher war ich auf dem Streetfood Festival und habe dort nur eine Kleinigkeit gegessen, da ich ja noch 6,7 km, dachte ich zunächst, einen Berg hoch rennen musste. Trotzdem hatte ich nach der kleinen Portion senegalesischer Erdnusssoße mit Gemüse und Reis ein starkes Vollegefühl, was bis zum Start aber zum Glück verschwunden war. Natürlich war ich viel zu früh da und musste noch eine Stunde bis zum Start warten. Also nochmal auf das Klo, ein bisschen am Handy rumdaddeln, mit anderen Läufern quatschen und einlaufen.

in Oostmahorn
Ich wollte einfach mal alles geben, schließlich waren es ja gerade mal knapp 7 km und ich hatte nichts zu verlieren. Die ersten Meter auf dem noch flachen Asphalt bis zur ersten Kurve Richtung Berggipfel also direkt mal mit 4:10 min/km angegangen. Zur Erinnerung: Mein Rekord auf 5 km liegt bei 22:30 min, was einem Pace von 4:30 min/km entspricht. Dann ging es aber auch schon bergauf und mein Pace pendelte sich so um die 6 min/km ein. Kurzzeitig lag er sogar bei fast 8 min/km, aber das war bei der Steigung halt so. Auf dem Weg nach oben ging es auch dreimal kurzzeitig bergab, wo ich schneller als 4:00 min/km unterwegs war. Da wurde mir dann schon Angst gemacht, dass ich meine Kraft lieber für die kommenden Anstiege aufheben solle. Es ging aber tatsächlich recht gut weiter, ich bin die komplette Strecke ohne Gehpause durchgelaufen.

im Hintergrund der Herkules als Ziel
Auf dem Weg gab es alle 500 m eine Markierung, damit man wusste, wie viel Kilometer man schon hinter sich gebracht hatte. Spätestens bei Kilometer 5 überkam mich das komische Gefühl, dass das irgendwie keine 6,7 km sein können. Es kommt doch nur noch eine Kehrtwende und trotzdem noch fast 2 km zu laufen?! Bei Kilometer 6 war ich mir dann sicher, dass ich mich vertan habe und die Strecke nur 6,2 km lang ist, da vor mir schon die Zielkurve lag. Obwohl ich wirklich schnell unterwegs war, hatte ich noch genug Energie für einen Schlusssprint. Ich hätte auch locker 500 bis 1000 m vorher nochmal etwas mehr Gas geben können, wenn ich gewusst hätte, dass das Ziel schon so nahe ist. Obwohl ich 3 min schneller als letztes Jahr war, hatte ich das Gefühl, die Strecke locker noch schneller hätte angehen zu können. Also das mit dem Alles geben hat leider nichts gegeben, obwohl ich mir das fest vorgenommen hatte. Am Ende sprang nach 33:16 min ein 36. Platz von 108 Läufer/inne/n für mich raus. Damit bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich sicherlich noch schneller hätte sein können.

6,1 km - 33 min - 412 Höhenmeter

Montag, 24. September 2018

Ich/wir/es läuft wieder - Alpen/Elbsandsteingebirge?

www.facebook.com/benjamin.sperl
Nachdem ich vorletzten Sonntag auf meiner kleinen Barfußrunde noch ganz gut zu kämpfen hatte, lief es am Donnerstag schon wesentlich besser. Mein Puls war ganze 40 Schläge pro Minute langsamer und mein Wohlfühltempo eine halbe Minute pro Kilometer schneller. Vorgestern ging es dann auch endlich wieder mit dem Salomon Trailworkshop auf die Trails.

Die Runde war etwas länger, technischer und schneller als bei den sonstigen Workshops, was mir aber sehr gut gefallen hat. Es gab auch weniger Technikeinweisungen, da fast alle bereits ihre ersten Schritte abseits befestigter Wege hinter sich hatten und auch wieder ein paar gestandene Cracks dabei waren. Bergauf lief ich ganz gut mit und bergab habe ich wieder richtig Gas gegeben, wobei mein Pace teileweise über 4 min/km lag. Ich glaube so schnell, angestachelt durch die anwesenden Topläufer, bin ich die Downhills hier noch nie angegangen, aber es war ein geiles Gefühl!

www.runomatic.de
Ich bekam auch eine kleine Einweisung in die Stocktechnik und so hatte ich auch das Gefühl, dass ich die Stöcke zum ersten Mal einigermaßen richtig eingesetzt habe. Ich spürte diesmal nicht nur die Entlastung in den Beinen, sondern auch einen deutlichen Vorschub. Allerdings schoss auch mein Puls in die Höhe und meine Arme waren zwischendurch ganz schön schlapp. Das Stocktraining muss also definitiv weiterhin geübt und die Kraft und Rumpfstabilität ausgebaut werden.

www.facebook.com/benjamin.sperl
Jetzt befinde ich mich gerade an der holländischen Nordsee auf einem Kurztrip mit Freunden. Diese nicht ganz so lauffreudig wie ich, aber ich werde alleine meine Touren angehen. Da ich in 5 Wochen ja als Staffelläufer beim Frankfurt Marathon starte, habe ich mir mal einen Trainingsplan für 10 km in unter 44 Minuten rausgesucht und werde da jetzt einfach quer einsteigen. Ich befinde mich jetzt also gleich in der Woche 16 von 20 und starte direkt mal mit der Erholungwoche.

www.facebook.com/benjamin.sperl
Als Ausgleich zu dem flachen Hollandurlaub plane ich auch schon den nächsten Laufurlaub. Entweder geht es Anfang November nochmal ins günstige Elbsandsteingebirge, wo ich ja im März schon war, oder ich packe ein paar hundert Euro drauf und gehe zum ersten Mal in die Alpen. Dort hätte ich auch die Option mich dem Team von Sommerkind Trailrunning Tours bei deren Südtirol Trails im Passeiertal anzuschließen. Es gibt war keine Hotelzimmer mehr, aber ich habe dort schon eine Ferienwohnung gefunden und könnte mich für eine mehr oder weniger kleine Aufwandsentschädigung der Truppe anschließen.

13,52 km - 1:35:06 h - 595 Höhenmeter

Sonntag, 16. September 2018

erster Lauf nach dem Ultratrail

Irgendwie lief es gar nicht. Die Regeneration ist noch lange nicht abgeschlossen, es lag an den Barfußschuhen oder dem Nüchtern sein oder ich habe einen sehr schlechten Tag erwischt. Die 5 km haben sich angefühlt wie 15 und mein Wohlfühltempo lag fast 1 min/km über meinem eigentlichen. Mein Puls lag 20-40 Schläge höher als sonst und mein Leistungszustand laut Garmin zwischen -20 und -10. Zudem wurde mir eine Pause von 60 Stunden vorgeschlagen, das hatte ich glaube selbst bei meinen langen Trainingsläufen nicht.

 5,32 km - 34:53 min - 33 Höhenmeter

Samstag, 15. September 2018

Upcoming Events

Nach meinem ersten Ultratrail halte ich natürlich erstmal die Beine still um meinem Körper lieber etwas mehr Zeit zu geben sich von den Strapazen zu regenerieren. Morgen mache ich dann mal wieder eine kleine Runde in Barfußschuhen durch den Auepark, viel mehr wird auch nächste Woche nicht gemacht. Trotzdem mache ich natürlich schon Pläne für die Zukunft.

29.09.2018: Herkules-Berglauf
28.10.2018: Frankfurt Marathonstaffel mit dem Team beVegt.de
09.02.2019: Brocken-Challenge (vorausgesetzt ich erhalte einen Startplatz)
28.04.2019: Bilstein Marathon Ultra Trail (heute angemeldet)
17.08.2019: WerraMan olympische Distanz (1,5 - 40 - 10)

Bis zur Marathonstaffel werde ich wohl vermehrt Tempotraining absolvieren, um meine 9 km dort schnellstmöglich abzureißen, und anschließend kommen dann wieder die langen Kanten bis zur Brocken-Challenge und dem BiMa Ultra Trail.

Da der WerraMan nun auch die olympische Distanz anbietet, ist das doch ein perfekter Zeitpunkt, dort meine erste OD zu absolvieren. Also werde ich dann nach dem BiMa auch wieder vermehrt schwimmen gehen und das Koppeln (vom Rad direkt in die Laufschuhe) üben.

Montag, 10. September 2018

bei meinem ersten Ultratrail gleich mal 18. geworden

Streckenprofil
Als ich am Freitag morgen aus der Nachtschicht gekommen bin, konnte ich gerade mal 6 Stunden schlafen, bis es ans Koffer packen ging. Um 17 Uhr wollte ich ja schon zur Pastaparty in Suhl sein und dem anschließenden Streckenbriefing beiwohnen. Die Autobahn ist freitagnachmittags natürlich immer ganz gut gefüllt, aber bis kurz vor Suhl lief es ohne größere Probleme. Dann hatten wir aber plötzlich eine Baustelle vor uns, auf der die Autobahn einspurig wurde. Auf der Gegenfahrbahn stand sogar ein Krankenwagen auf Einsatzfahrt, aber auch für ihn ging es nicht weiter. Trotz dieser Verzögerung kamen wir um kurz nach 5 an und so konnte ich mir doch noch meine Portion Nudeln abholen. Wirklich lecker war diese zwar nicht, aber gegessen wurde sie trotzdem. Meine Freundin hat mir ihre Portion auch noch gegeben, weil sie sie nicht essen wollte. Damit hatte ich dann auch genug Carboloading betrieben.

diese Skipiste ging es hoch
Von dem anschließenden Briefing habe ich im Allgemeinen etwas mehr erwartet, aber eigentlich ist es ja nichts anderes als ein etwas längerer Marathon. Es war mein erster Ultratrail und somit auch mein erstes Briefing, von daher wusste ich absolut nicht, was auf mich zukommt. Nach 15 Minuten war der ganze Spuk (der Organisator hat sich auf die Treppe gestellt und mit dem Mikrofon ein bisschen was erzählt) schon wieder vorbei und wir wollten uns schon auf den Weg in Richtung Unterkunft machen. 45 Minuten später sollte zwar noch ein ganz interessanter Vortrag (Oliver und Frauke Stoll mit ihrem Buch "Einmal war ich in Biel") stattfinden, aber so lange warten wollten wir doch nicht. Dann trafen wir aber noch jemanden aus Kassel, mit dem wir uns länger unterhalten haben. So konnten wir dann am Ende doch noch den interessanten und guten Vortrag besuchen. Meine Freundin hat sich, in der Hoffnung mich und meine Leidenschaft besser verstehen zu können, auch das Buch gekauft, welches sie am nächsten Tag, während sie auf mich gewartet hat, ziemlich schnell an einem Stück durchgelesen hat. Auch ich habe es bereits zu 2/3 gelesen und beim Lesen der Zeilen lief immer mal wieder ein Tränchen die Wangen runter. Ich kann diese Emotionen nun mal sehr gut nachvollziehen.

Lichtschauspiel im Thüringer Wald
Wie schon geahnt, konnte ich die Nacht vor meinem großen Lauf nicht wirklich gut schlafen. Ich bin um zehn ins Bett und musste um fünf schon wieder raus. Um 7 Uhr war Start und ich musste ja noch eine Kleinigkeit frühstücken, meine Sachen (gesalzenes Wasser, getrocknete Datteln, Cliff Bars, Faltbecher, Erste Hilfe-Set, Startnummernbändchen, Aktivbandage, Powerbar...) ein hundertstes Mal durchgehen, 30 Minuten fahren und ein paar Minuten vorher da sein. Obwohl ich mich nicht wirklich nervös gefühlt habe, habe ich im Bett mein Herz verdammt laut schlagen hören. Wirklich geschlafen habe ich vielleicht nur 1-2 Stunden. Das war ich aber von anderen Wettkämpfen schon gewohnt und so machte ich mir darum keinen großen Kopf. Vor dem Start habe ich mir dann noch schnell einen Kaffee gegönnt, der auch als Abführmittel dienen sollte, und war nochmal auf dem Klo.

die steilste Skipiste Thüringens und das ist nur der Anfang
Beim Start habe ich gleich mal richtig Gas gegeben, aber nur, weil ich auf meiner GoPro mal das gesamte Starterfeld hinter mir haben wollte. Auf den ersten 100 m war ich also noch in den Top 10, habe mich dann aber ziemlich schnell fallen lassen. Ich glaube nach circa 6 km (02:12) bin ich dann auch schon das erste Mal in einen längeren Powerhike übergegangen. Ich habe von vielen Läufern gehört, dass man so ein Rennen einfach durchlaufen sollte, aber dafür bin ich noch nicht bereit. Ich ging lieber auf Nummer sicher um am Ende nicht nicht ins Ziel zu kommen. Die Steigungen, die ich gegangen bin, sind aber auch alle anderen Läufer, zumindest die in meinem Umfeld, gegangen. Oftmals haderte ich schon mit mir, dass ich die ein oder andere Steigung nicht gelaufen bin und das, obwohl erst wenige Kilometer geschafft waren. Allerdings war ich gegen Ende des Rennens auch immer wieder erstaunt darüber, dass ich die ein oder andere Steigung noch laufen konnte, obwohl schon so viele Kilometer geschafft waren.

ja, da ging es runter
Nach etwa 7,3 km und kurz vor der ersten Verpflegungsstation (04:34) verpasste ich eine Abzweigung (04:08) und bin erstmal weiter bergab geschossen. Zum Glück bemerkte ich bereits nach circa 100 m, dass keine Wegmarkierung mehr zu sehen war. Ich stoppte, schaute mich um und schon kam ein anderer Läufer den Berg hoch, dem wohl das selbe passiert ist. Er meinte, dass das schon das dritte Mal war, dass er sich verlaufen hat, und später erfuhr ich, dass diese Abzweigung noch sehr viel mehr Läufer verpasst hatten. Auch ich hatte immer wieder Sorge, dass ich mich verlaufen haben oder es mir passieren könnte. Ich konzentriere mich insbesondere bei Downhills nämlich extrem auf den Boden, um nicht zu stolpern oder wieder umzuknicken, da habe ich keinen Blick für irgendwelche Markierungen, die in den Bäumen hängen. Es gab zwar auch Markierungen auf dem Boden, aber halt nicht immer. Trotzdem blieb es nur bei diesem einen kleinen Abbiegefehler meinerseits. Toi, toi, toi!

Die Strecke ging größtenteils durch den Wald, ich würde sagen zu 90%, nur zweimal musste man durch Suhl durch. (4:47) Die Steigungen waren teilweise echt knackig, insbesondere die Skipiste hoch bei Kilometer 13. (06:50) Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass wir auch eine Skipiste hoch müssen. Das erfuhr ich unterwegs von einem Einheimischen, der die Strecke auch schon letztes Jahr gelaufen ist. Auch war ich der Meinung, dass wir erst sehr viel später eine Skipiste wieder hinunter müssen. Er klärte mich aber auf, dass die schon bei Kilometer 20 kommt. Wir mussten also die steilste Skipiste Thüringens runter (11:54) und davor hatte ich schon im Vorfeld einen riesen Respekt. Tatsächlich war der Abstieg aber halb so schlimm und nur die ersten Meter an der anschließenden Steigung haben echt weh getan. Zum Glück kam diese auch recht früh, ich denke nach 30 km plus X wäre das noch etwas härter gewesen. Spektakuläre Aussichten gab es trotz der vielen Höhenmeter leider recht wenig, da man wie gesagt fast die ganze Zeit im Wald unterwegs war. Allerdings bot dies einem auch ein echt schönes Lichtschauspiel, als die Sonne den noch diesigen Wald durchflutete. (08:18) Ich denke, wenn ich zu diesem Zeitpunkt physisch schon etwas ausgelaugter wäre, dann wäre das wieder so ein tränenreicher Moment gewesen.

Downhillsegment Skipiste
Auf den Downhills habe ich mal wieder jede Menge Zeit gut gemacht und so überholte ich ich immer wieder mal jemanden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dort mal überholt wurde. Natürlich musste ich auch hier wieder, wie damals im Lake District, die Stravasegmente überprüfen und siehe da, in den Downhills war ich immer in den Top 10, bei der steilsten Skipiste Thüringens bin ich sogar 4. von 86 "Stravanern", die letztes und dieses Jahr beim Südthüringentrail dabei waren. Bei den Steigungen hingegen lag ich immer so um Platz 20. Nichts Neues für mich, Downhills liegen mir nun mal mehr.

der höchste Punkt der Strecke (Schneekopf)
An den sehr gut bestückten Verpflegungsstationen machte ich keine großen Experimente, nur Salzstangen und Apfelschorle fügte ich meinem sonstigen Repertoire hinzu. Ich habe in einem veganen Sportfachbuch mal gelesen, dass Apfelschorle ein perfektes Getränk sei. Nicht zu viel Zucker, schon mal gar keinen industriellen, und auch sonst sollen da unterstützende Stoffe drin sein. Auf geschmackloses Wasser (das Salz schmeckt man bei körperlicher Anstrengung tatsächlich gar nicht raus) hatte ich im Gegensatz zu meinen unzähligen Trainingsläufen gar keine Lust und wie es nun mal so ist, sollte man auf seinen Körper hören. Er sagt einem schon, was er benötigt, und wenn es nur die Lust auf etwas ist. Erst an der letzten Versorgungsstation griff ich dann zu zuckerhaltigen Getränken wie Cola und Energydrink, die mich für die letzten Kilometer nochmal richtig pushen sollten. Und siehe da, es hat echt geholfen. Die letzten 9 km nach der Versorgungsstation lief ich trotz einer anfänglichen Steigung von 2 km und anschließend hügeligem Gelände doch recht locker bis ins Ziel. (20:59) Mittlerweile bin ich sogar der Meinung, dass ich die 17,4 km noch hätte dran hängen und den Heldentrail über 64,9 Kilo- und 2.491 Höhenmeter hätte voll machen können

Schon vor der letzten Versorgungsstation überkamen mich zum ersten Mal die Emotionen. Dort wurde laute Partymusik gespielt und man wurde freundlichst Willkommen geheißen. Das erinnerte mich irgendwie an mein Zieleinlauf beim Bilstein-Marathon vor gut 2,5 Jahren und schon schossen mir die Tränen in die Augen. Obwohl noch 9 km zu gehen waren, war ich mir verdammt sicher, das Ding ohne größere Probleme zu rocken. Ich habe mich bei meinen Trainingsläufen und auch schon beim Bilstein-Marathon zu diesem Zeitpunkt oft sehr viel schlechter gefühlt und trotzdem habe ich es immer gepackt. Während und kurz nach dem Zieleinlauf war ich überraschend gefasst, aber später musste ich immer wieder mal ein Tränchen verdrücken. Selbst als ich Stunden nach dem Zieleinlauf mein Finishershirt abgeholt habe, war es wieder soweit. Selbst heute, drei Tage nach dem Lauf, rührt mich das Buch von Oliver und Frauke Stoll insbesondere durch meine Erfahrungen von diesem Lauf immer wieder zu Tränen.

Zieleinlauf
Kommen wir mal zum Ergebnis. Immer wieder habe ich von den magischen 5,5 Stunden gesprochen, die ich mir als Ziel gesetzt habe. Selbst als ich die Ergebnisse vom letzten Jahr sah, wo ich mit dieser Zeit 10. geworden wäre, ließ ich mich davon nicht abbringen. Nach meinen langen Trainingsläufen habe ich diese Zeit immer wieder prognostiziert, aber angesichts der Platzierung wäre ich mit einer Zeit von unter 6 Stunden schon hoch zufrieden gewesen. Über alles stand aber erstmal das Finishen und da war mir dann auch egal, ob ich dafür 5 oder 10 Stunden benötigte. Am Ende standen tatsächlich 5:29:57 h auf meiner Uhr und damit habe ich die Zeit noch akkurater hervorgesagt als beim Crosslauf "Rund um die Zinkspitze". Da hatte ich mit 1:30 h gerechnet und war nach 1:28:53 h im Ziel. Damals habe ich aber einfach nur mal ins Blaue geraten, da ich ja wirklich absolut keinen Vergleich hatte, und es wahrscheinlich pures Glück. Diesmal war es wohl schon etwas mehr sehr gute Einschätzung. Mit dieser Zeit wurde ich auch 18. von 115 Startern. 30 Läufer/innen sind gar nicht erst angetreten, was ich aber gerade erst gesehen habe. Bisher sprach ich immer von 144 Starter(innen)n, das muss ich hiermit wohl korrigieren. Das schmälert meine Leistung und meinen Stolz aber in keinster weise.

Wenn sich das nicht gelohnt hat?! Im Ziel gab es eine Tüte Nudeln für jeden Finisher.
47,05 km - 5:29:57 h - 2113 Höhenmeter



Den Pool in unserer wunderschönen Ferienwohnung von Familie Hauptmann in Frauenwald konnte ich leider nicht nutzen. Selbst die doch recht angenehme 26° C Wassertemperatur wollte ich meiner Muskulatur nach dem Ultratrail nicht antun. Kurz nach dem Lauf habe ich nämlich schon gemerkt, dass meine Waden langsam zu machen. Ich ließ mich zum ersten Mal massieren, bisher habe ich mich immer davor gedrückt. Ich wusste nämlich, dass das ganz schön weh tut, aber dass das so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht. Ich habe auf die Zähne gebissen und versucht so leise wie möglich das ganze Prozedere über mich ergehen zu lassen. Das Ergebnis war aber phänomenal. Meine Waden fühlten sich an, als wäre ich gerade nach 8 Stunden Schlaf aufgestanden, absolut kein Drücken, kein Ziehen, keine Schmerzen mehr. Auch der Muskelkater in den Oberschenkeln hielt sich die nächsten Tage in Grenzen. Sonntag wurde es im Laufe des Tages zwar immer schlimmer, aber ich hatte schon mit schlimmeren Muskelkater zu kämpfen.

Freitag, 7. September 2018

Die letzten beiden Wochen vor dem Ultra

Diese Woche habe ich mein Training natürlich deutlich reduziert, um Samstag morgen um 7 Uhr beim Start topp fit zu sein. Letzte Woche Samstag stand die letzte schnellere Einheit (9,5 km in 48 min) vor dem Ultratrail auf dem Programm und Sonntag dann die letzte längere (22,8 km in 2:33 h) mit einem Besuch des Windspielkunstfestivals am Dörnberg. Bei dem kurzen langen Lauf musste ich tatsächlich kämpfen und nun weiß ich auch, woran es liegt, dass mir manche lange Läufe so leicht fallen und andere so schwer.

Neben der Nahrung vor und während des Laufes spielen nämlich auch noch die Aktivitäten der letzten beiden Tage eine Rolle. Als ich bei dem Lauf am 19.08. schon nach 15 km gemerkt habe, dass der Lauf hart wird, war zwei Tage vorher der SportScheck RUN über 10 km und auch dieses Mal habe ich einen Tag zuvor schnelle 10 km absolviert. Nach einer Tempoeinheit brauchen ich also mindestens zwei Tage Pause, bevor ich mit voller Energie wieder einen langen Lauf angehen kann. Dass so eine Tempoeinheit nicht spurlos an einem vorbeizieht war mir schon klar, aber nicht, dass das echt so krasse Nachwirkungen hat.

Diese Woche war eigentlich nur Yoga, der Weg dorthin und ein kurzer Lauf geplant. Yoga ist leider kurzfristig ausgefallen, also habe ich mich im Fitnessstudio spontan auf das Rudergerät gesetzt und bin 6 km gerudert. Die halbe Stunde hat zwar das Yoga nicht ersetzt, war aber auch ein schönes Ganzkörpertraining. Danach bin ich dann die 4,7 km wieder locker nach Hause gelaufen, welche ich vorher schon auf dem Hinweg zurückgelegt hatte.

Heute war ich nochmal 5 km laufen und habe dabei ein paar Erledigungen gemacht. Ich brauchte noch was zu essen für die Nachtschicht und Geld für die Südthüringentrail-EXPO. Man weiß ja nie, was man auf so Laufmessen alles findet und da nehme ich lieber etwas mehr Geld mit als zu wenig. Und da ich ganz in der Nähe eines neuen vegetarischen, ayurvedischen Bistros war, habe ich da auch mal schnell rein und auf die Speisekarte geschaut. Leider war die Kuchentheke zu verlockend, also habe ich mir ein Feigensachertörtchen einpacken lassen. Das gab es dann nach dem Lauf und war wirklich verdammt lecker.

Donnerstag, 6. September 2018

Bald ist es soweit! Und dann?

Am Samstag ist es soweit, mein erster offizieller Ultratrail steht auf dem Programm. Wenn ich daran denke, wie anstrengend mein erster Halbmarathon war und dass ich jetzt schon 43 Kilo- und 1600 Höhenmeter in fünf Stunden im Training zurücklege, dann lässt mich das hoffnungsvoll in die Zukunft blicken... vorausgesetzt ich bleibe gesund.

Seit ein paar Tagen habe ich leichte Schmerzen an der linken Knieinnenseite. Natürlich kamen gleich wieder Horrorszenarien in meinen Kopf von wegen vielleicht habe ich doch zu viel trainiert, bergab zu viel geballert oder eine Fußfehlstellung, die das Knie falsch belastet. Ich machte mir Sorgen und Gedanken, denn ich habe noch viele Pläne. Wie und wann ich diese allerdings angehen werde, weiß ich noch nicht. Die Alpen sind auf jeden Fall großes Ziel und da ich auch oft alleine unterwegs bin, stehen Navigation, Erste Hilfe und Wetterkunde ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Als Neu-Mitglied des DAV stehen mir da ja jede Menge Möglichkeiten offen, nur die passenden Termine und Kurse muss ich noch finden.

Dann ist mir heute aber eingefallen, dass ich letzte Woche beim Fahrrad fahren von der Pedale abgerutscht und volle Pulle mit dem Knie gegen den Fahrradrahmen gestoßen bin. Oh man, waren das Schmerzen. Da ich das jetzt aber weiß, kann ich Verletzungen im oder am Gelenk schon mal ausschließen und mir ist echt ein riesen Stein vom Herzen gefallen.

Nach dem Ultratrail steht erstmal Regeneration auf dem Programm. Lange Läufe werde ich diesen Monat dann wohl keine mehr angehen und große Wettkämpfe habe ich auch keine geplant. Der Kassel Marathon kommt leider viel zu knapp nach dem Ultra, nämlich schon die Woche danach, aber ein paar kleinere Wettkämpfe sind auf jeden Fall drin. Am 29.09. ist der Herkules-Berglauf über 6,2 km und 370 Höhenmeter und am 28.10. bin ich mit einer Team beVegt.de-Staffel beim Frankfurt Marathon am Start. Wie es dann so weitergeht muss ich mal recherchieren. Wann und wo sind die nächsten Wettkämpfe, wo geht es in den Urlaub, der bei mir immer mit Laufen verbunden ist, wie baue ich mein Athletiktraining aus (evtl. mehr Yoga oder Bouldern), wie steigere ich allmählich mein Trainingspensum ohne meinen Körper zu überlasten etc. usw.

Am 28.04.2019 steigt zum Beispiel der Bilstein Ultra Trail mit 57 km und 1500 Höhenmetern. Landschaftlich und wegtechnisch gibt es sicherlich schönere und anspruchsvollere Trailläufe, aber der Lauf ist so schön organisiert, familiär und gleich um die Ecke, dass er eigentlich ein Muss ist. Ich denke sogar, dass ich mich beim Kassel Marathon, wo die Organisatoren mit einem Stand vertreten sind, direkt für diesen anmelden werde. Am 17.08.2019 steht meine erste olympische Distanz bei einem Triathlon auf dem Programm. Beim WerraMan in Eschwege, also direkt in meiner Heimat, möchte ich 1,5 km schwimmen, 40 km Rad fahren und anschließend noch 10 km laufen. Das heißt schwimmen und koppeln (nach dem Rad nochmal die Beinen schwingen, denn der Umstieg fällt einem echt schwer) muss auf jeden Fall wieder trainiert werden. Trotzdem liegt mein Hauptaugenmerk ganz klar auf dem Trailrunning, aber auf den ein oder anderen kleinen Triathlon möchte ich trotzdem nicht verzichten.

Montag, 3. September 2018

Spendenliste September 2018

Datum Kilometer Art Multiplikator Spende Kommentar
01.09.2018 9,43 km Lauf 0,1 €/km 0,94 € letzter etwas schnellerer Lauf vor'm Südthüringentrail
01.09.2018 1,09 km Lauf 0,1 €/km 0,11 € ...und vom Streetfood Festival nach Hause
02.09.2018 22,84 km Lauf 0,1 €/km 2,28 € letzter etwas längerer Lauf vor'm Südthüringentrail
04.09.2018 4,67 km Lauf 0,1 €/km 0,47 € zum Yoga...
04.09.2018 4,66 km Lauf 0,1 €/km 0,47 € ...und locker zurück
06.09.2018 5,00 km Lauf 0,1 €/km 0,50 € nochmal locker ein paar Erledigungen machen
08.09.2018 47,05 km Wettkampf 0,2 €/km 9,41 € Südthüringentrail - Riesentrail
16.09.2018 5,32 km Lauf 0,1 €/km 0,53 € lockere Runde in Barfußschuhen
20.09.2018 5,38 km Lauf 0,1 €/km 0,54 € lockere Runde in Barfußschuhen
22.09.2018 13,52 km Lauf 0,1 €/km 1,36 € Salomon How to Trail Run (Cowabunga)
24.09.2018 16,46 km Lauf 0,1 €/km 1,65 € Intervalle (10x 1 km mit 5 min/km)
26.09.2018 12,86 km Lauf 0,1 €/km 1,29 € schneller Dauerlauf mit 5:15 min/km
29.09.2018 1,50 km Lauf 0,1 €/km 0,15 € Einlaufen
29.09.2018 6,12 km Wettkampf 0,2 €/km 1,22 € 29. internatonaler Herkules-Berglauf
29.09.2018 4,89 km Lauf 0,1 €/km 0,49 € Auslaufen (zurück zum Start)
September 2018 21,41 € stand 30.09.2018

Montag, 27. August 2018

Referenzultra vor dem eigentlichen Ultra

Gestern war es also soweit, mein letzter langer Lauf vor dem Südthüringentrail stand auf dem Programm. Es ging wieder auf die wunderschönen, anspruchsvollen und teils spektakulären Premiumwanderwege P4 und P16 in der Hessischen Schweiz.

Aussichtspunkt Faulbornskopf
Bei perfektem Laufwetter und angenehmen Temperaturen von etwas über 20° Celsius startete ich gestern wieder auf eine große Runde in Hitzelrode über Pfaffschwende und Asbach-Sickenberg. Es war leicht bewölkt und trocken. Dank des bisschen Regens in der Nacht war der Waldboden nicht mehr ganz so hart und lies sich wunderbar laufen. Mein Ziel war es diesmal die Marathondistanz ohne Pause zu bewältigen, denn normalerweise mache ich auf solch langen Läufen gerne mal insgesamt um die 45 Minuten Pause um mich zu orientieren, den Ausblick zu genießen oder Fotos zu schießen. Da ich einen Großteil der Strecke und die Ausblicke schon kannte, musste ich mich erheblich weniger orientieren und Fotos schießen als sonst und hatte somit nur ganz, ganz selten das Handy oder auch die GoPro in der Hand.


Kregers Häuschen
Die ersten 28 km verliefen über die gleiche Strecke, die ich bereits vor drei Wochen gelaufen bin. Da ich aber dann doch mal etwas anderes sehen und noch ein paar Kilo- und Höhenmeter mehr sammeln wollte, lief ich hier noch eine kleine Schleife. Diese Schleife habe ich bei gpsies.com selbst erstellt und an den Rundkurs angehangen. Wie nicht anders zu erwarten, erwarteten mich teils sehr zugewachsene und kaum erkennbare Wege. So musste ich mich beim Abstieg vom Faulbornskopf auch ein kleines Stück steil bergab durch kniehohes Laub kämpfen, was aber wirklich Spaß gemacht hat. Am Aussichtspunkt des Faulbornskopf nach 31 km nahm ich dann meine erste kleinere Pause zum Fotos schießen, denn diesen Ausblick kannte ich noch nicht. Ein paar Kilometer später passierte ich noch die Ruinen des Kregers Häuschens und der Obersten Kirche. Auch dort schoss ich schnell zwei, drei Fotos.

An anderer Stelle hinauf zum 520 m hohen Hörne dann nach 37 km ging der steilste "Wanderweg" den Berg hoch, den ich je gesehen habe. Ich hatte wirklich absolut keine Lust hier jetzt mit schweren Beinen hochzuklettern, aber es war der kürzeste Weg zum eigentlichen Wanderweg. Ich kam nur auf allen Vieren vorwärts und musste mich an Baumwurzeln hochziehen. Hier rutschte mir auch mein Handy aus der Tasche. Erst stand ich wie angewurzelt da und dachte schon, dass das Handy jetzt den ganzen Berg hinunter rutscht, bis ich erkannte, dass es langsamer rutschte als erwartet und ich es mit ein paar großen Schritten einholen konnte. Im Endeffekt muss ich sagen, dass dieses Teilstück doch recht viel Spaß gemacht hat und es schön war auch mal die Hände zu benutzen. Auf dem Hörne unterhielt ich mich kurz mit einem Paar, wo der männliche Part von 10 Jahren noch beim Rennsteiglauf mitgemacht hat.

Oberste Kirche
Nach 41 km war ich dann wieder am Auto, aber das war ja noch immer keine Marathondistanz. Also nahm ich nochmal ein Teilstück des P4 in Angriff. Das wären dann nochmal 5,5 km und 200 Höhenmeter mehr, aber beim Aufstieg zu diesem Wanderweg entschied ich mich spontan um und nahm einen kürzeren Weg. Wie es bei mir meist auf solchen Trails ist, kommt der Mann mit dem Hammer immer bei irgendeiner Steigung, sowie auch dieses mal. Es kamen dann also nur noch 2 km und 100 Höhenmeter hinzu, aber das reichte ja auch um die Marathondistanz zu knacken.

Man sagt ja, das alles über 42,195 km ein Ultramarathon ist, also bin ich heute meinen ersten Ultra gelaufen. Und anstatt 50 min Pause waren es diesmal insgesamt nur 10 (Pinkelpause, Unterhaltung, Fotos, orientieren...). Mit dem Pace kann ich mir sehr gut vorstellen den Südthüringentrail zu bewältigen und damit läge ich tatsächlich bei 5,5 Stunden.

Panorama am Faulbornskopf

43 km - 4:53 h - 1627 Höhenmeter